Die Deutschen Hochradmeisterschaften 2025 in Heidenau – Ein Reisebericht der Hochradfamilie Strobel

Hochradrennen in Heidenau, 14. September 2025

Das Wochenende vom 13. und 14. September 2025 war für unsere Familie ein ganz besonderes. Noch am Samstag feierten wir Williams sechsten Geburtstag in kleiner Runde in Willes Welt, doch schon am Sonntag stand für uns ein Höhepunkt auf dem Plan: die Fahrt nach Heidenau bei Dresden zu den Deutschen Hochradmeisterschaften und dem Internationalen Hochrad-Cup.

Die Anreise war anstrengend – 3,5 Stunden im Auto mit Staus, obwohl es Sonntagmittag war. Aber am Ende hatten wir Glück: Wegen des morgendlichen Regens verzögerte sich der Start, sodass wir noch rechtzeitig zur frisch sanierten Radrennbahn kamen.

Nach der Begrüßung und der Vergabe der Startnummern konnten alle Fahrer die Bahn testen. Insgesamt waren 14 Hochradteilnehmer gemeldet – darunter wir fünf als Hochradfamilie Strobel:
• Ganó (15 Jahre)
• Charly (13 Jahre)
• William (6 Jahre)
• Rayk (52 Jahre)
• und ich, Janet (46 Jahre)

Schon an diesem Punkt war klar: Für uns würde es ein ereignisreicher Tag werden.

Die Rennen unserer Familie

Damenrennen

Ich trat im Damenfeld gegen starke Konkurrenz an – unter anderem die Belgierin Evi Dumon und Romy Ruschke, beide mehrfache Welt- und Europameisterinnen. Im Vorlauf konnte ich sogar einige Runden vorne bleiben, musste mich dann aber doch geschlagen geben. Am Ende belegte ich im Finale den dritten Platz. Besonders erfreulich: ich konnte mich im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern, auch wenn mir auf der Radrennbahn noch die Routine fehlt.

Replika-Vorrunden

Hier griffen Ganó, Charly und Rayk ins Geschehen ein:
Ganó fuhr im ersten Vorlauf sensationell und setzte sich in der Schlussrunde gegen den Favoriten Frank Albert durch.
Charly hielt sich ebenfalls hervorragend und qualifizierte sich mit Ganó fürs Finale.
Rayk startete im zweiten Vorlauf und dominierte lange, bevor er auf den letzten Metern von dem Italiener Paolo Togni überholt wurde. Platz zwei reichte aber fürs Finale.

Kinder-Hochradrennen

Ein absoluter Gänsehautmoment: William, gerade sechs Jahre alt, fuhr seine Meile in Höchstgeschwindigkeit. Das Publikum jubelte, pfiff und feierte ihn wie einen Champion. Für ihn war es das erste große Erlebnis auf der Bahn – und er genoss es in vollen Zügen.

Die Finalrennen

Original-Hochräder

Hier setzte sich Frank Albert souverän durch.

Damen (Replika)

Im Finale belegte ich, Janet, den dritten Platz hinter Evi (1.) und Romy (2.).

Replika-Finale

Bevor die besten fünf antraten, wurden zunächst die Plätze 6–9 unter den Fahrern ausgefahren, die das Hauptfinale nicht erreicht hatten.

Dann folgte das große Finale der Herren mit den Replika-Hochrädern – mit gleich drei Strobels am Start. Und es wurde ein Rennen, das man nicht so schnell vergisst:
Ganó fuhr wie entfesselt. Schon früh setzte er sich an die Spitze, ließ sich weder von Paolo noch von Frank einholen und gewann überlegen. Sein erster internationaler Sieg 🏆.
Charly überraschte alle, indem er in einem beherzten Schlusssprint auf der Zielgeraden noch Rayk überholte und einen großartigen 4. Platz belegte. Niemand hatte mit so einer starken Leistung in diesem Alter gerechnet.
Rayk fuhr ein kämpferisches Rennen, musste sich jedoch knapp hinter Charly einordnen.

Endergebnis Replika-Finale:

  1. Ganó Strobel
  2. Frank Albert
  3. Paolo Togni
  4. Charly Strobel
  5. Rayk Strobel
  6. Radim Heinich
  7. Klaus Rohde
  8. Steffen Stiller
  9. Christoph aus Hannover

Herbstpreis der Steher

Ein besonderes Highlight des Tages war der Herbstpreis der Steher – Über mehr als 100 Runden jagten die Profis in atemberaubendem Tempo über die Bahn.

Für uns war es beeindruckend zu sehen, wie präzise sich die Rennradfahrer an den Hinterrädern der Motorräder im Windschatten hielten, wie hoch die Geschwindigkeit war und wie hart um jede Position gekämpft wurde. Die Atmosphäre auf den Rängen war elektrisierend – ein perfekter Kontrast zu unseren Hochradrennen, der die ganze Veranstaltung noch eindrucksvoller machte.

Die Siegerehrungen

Die anschließenden Ehrungen waren für uns als Familie ein Moment purer Freude:

Internationaler Hochrad-Cup der originalen Hochräder:

  1. Frank Albert
  2. Michael Hausmann
  3. Radim Heinich (Tschechien)

Internationaler Hochrad-Cup Damen:

  1. Evi Dumon
  2. Romy Ruschke
  3. Janet Strobel

Deutsche Meisterschaft Hochrad Damen:

  1. Romy Ruschke
  2. Janet Strobel

Internationaler Hochrad-Cup Herren:

  1. Ganó Strobel
  2. Frank Albert
  3. Paolo Togni (Italien)

Deutsche Meisterschaft Replika Hochrad Herren:

  1. Ganó Strobel
  2. Frank Albert
  3. Charly Strobel

Deutsche Kinder-Hochradmeisterschaft:

  1. William Strobel

Deutsche Jugend-Hochradmeisterschaft:

  1. Ganó Strobel
  2. Charly Strobel

Für uns war es ein unvergesslicher Tag voller Emotionen, sportlicher Höchstleistungen und Familienmomente. Ganó krönte sich mit nur 15 Jahren erstmals zum internationalen Sieger, Charly fuhr mit 13 eine sensationelle Leistung, Rayk kämpfte stark, William eroberte die Herzen des Publikums – und auch ich selbst konnte stolz auf meinen Podestplatz sein.

Der Herbstpreis der Steher, die packenden Hochradrennen und die vielen strahlenden Gesichter machten den Tag zu einem großartigen Erlebnis.

Nach der Siegerehrung verstauten wir im Dunkeln unsere Hochräder, ließen den Abend bei einem Italiener mit leckerer Pizza ausklingen und traten glücklich und erfüllt die staufreie Heimreise an.

Fotos: Andreas Blümel

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